Eigene Grundwasserversorgung lindert Hunger in sambischer Gemeinde
Selbstverwaltete Brunnen sind zuverlässig und robust
An einem sonnigen Nachmittag im Dorf Zyambo im Distrikt Petauke, etwa 400 Kilometer östlich von Sambias Hauptstadt Lusaka, ist Gezile Mwanza, eine Kleinbäuerin mittleren Alters, trotz der schweren Dürre, die in Sambia zur nationalen Katastrophe erklärt wurde, mit der Pflege ihrer Felder beschäftigt. «Je stärker die Sonne, desto besser für mich, denn ich brauche die Sonnenenergie, um Wasser aus einem Bohrloch auf meiner Farm zu pumpen», sagt die Mutter von sieben Kindern mit einem warmen Lächeln im Gesicht. Mwanzas Familie ist eine von über 70 Haushalten in der Region, die dank des Projekts ‹Unternehmer für Wasser und Wasser für Unternehmer› Zugang zu Grundwasser für den Hausgebrauch und die Landwirtschaft hat.
Mehr als 3‘000 Menschen in Petauke haben dadurch zuverlässigen Zugang zu sauberem Wasser, wobei jede Hauspumpe mindestens 40 Menschen in der Nachbarschaft versorgt. Dies geht aus einer Erhebung hervor, die das Jacana-Team Ende 2023 durchgeführt hat. Douglas Mudenda, Leiter der Jacana Foundation in Petauke, sagt, die Einrichtung habe ein SMART-Zentrum (Simple, Market-based, Affordable, Repairable Technologies) eingerichtet, in dem sie Unternehmer:innen ausbildet, die Wasserdienstleistungen in ländlichen Gebieten mit einem marktorientierten Ansatz anbieten. «Wir setzen auch lokal verfügbare Technologien ein, um die Nachhaltigkeit der Dienstleistungen zu gewährleisten», sagt er. Das Zentrum schult lokale Unternehmer*innen und Brunnenbauer:innen im Anlegen von Brunnen und in manuellen Bohrtechniken. Ausserdem werden lokale Schweisser:innen eingestellt und in der Herstellung und Reparatur von Handpumpen ausgebildet. «Wir statten unsere Bauern und Bäuerinnen auch mit Brunnen und dem Wissen zu agrarökologischen Anbaumethoden für die Nahrungsmittelproduktion aus. Diejenigen, die einen Zugang zu Wasserstellen haben, erhalten zudem tragbare, solarbetriebene Wasserpumpen», sagt Mudenda.
Die agrarökologischen Techniken stellen sicher, dass sie organischen Dünger wie etwa Bokashi verwenden, um Nahrungsmittel auf natürliche Weise anzubauen und so die Umwelt zu schützen und gleichzeitig die Landwirtschaft und Ernährungssysteme angesichts von Klimaschocks und Stressfaktoren zu verbessern. Auf ihrer Farm baut Mwanza eine Vielzahl von Feldfrüchten an, darunter Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Tomaten und Kohl, Okra, Ingwer, Zwiebeln und Bohnen sowie Früchte wie Papaya und Bananen. «Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Nachfrage nach grünem Gemüse auf dem lokalen Markt sehr hoch», sagt sie, «aber wenn es regnet, wird es ein Überangebot geben. In diesem Fall werden wir uns auf Kulturen konzentrieren, die nicht so häufig angebaut werden, aber gefragt sind, wie Ingwer und Rotkohl», fügt die Bäuerin hinzu. Mit den Erträgen der Farm konnte Mwanza ihre beiden Kinder bis zur Sekundarschule ausbilden lassen und zahlt das Schulgeld für ihre fünf weiteren Kinder. «Ich bin gerade dabei, einen 5’000 Liter fassenden Wassertank zu kaufen, damit ich meine Farm erweitern kann», sagt sie.

Wasser vor der Haustür
Unweit von Zyambo liegt das Dorf Mondola. Hier ist Afaledi Zulu, Mutter von sechs Kindern, heute eine glückliche Frau. Seit sie vor vielen Jahren in dieses Dorf einheiratete, kannten ihre Beine keine Ruhe mehr. Jeden Tag musste sie 30 Minuten zum Gemeinschaftsbrunnen laufen, um Wasser für den Hausgebrauch zu holen, und mit dem Eimer auf dem Kopf wieder zurück. Doch vor zwei Jahren gehörte ihr Mann Ivess Banda zu den Einheimischen, die von Jacana als potenzielle Unternehmer identifiziert wurden und der sich deshalb für ein Training anmeldete. Er wurde dabei unterstützt, neben seinem Haus ein Bohrloch zu bohren und eine handbetriebene Seilwasserpumpe anzubringen. «Ich benutze das Wasser für die Landwirtschaft in meinem kleinen Garten und verdiene damit Geld, um meine Familie zu ernähren. Das Bohrloch ist eine grosse Erleichterung für meine Frau und meine Kinder, die früher weite Strecken zurücklegen mussten, um Wasser zu holen. Meine Kinder haben jetzt mehr Zeit, um zu lernen und ihrer Mutter bei der Hausarbeit zu helfen», sagt Banda, der unter anderem Okra, Tomaten, Zwiebeln, Grünkohl und Spinat anbaut.

Der Aufstieg der Wasserunternehmer:innen
Patrick Kapanda Kabanda, District Disaster Management and Mitigation Officer in Petauke, sagt, dass die anhaltende Dürre verheerende Auswirkungen auf die Lebensgrundlage und das soziale Wohlergehen von Millionen Sambiern hat. «Die Dürresituation ist alarmierend. Viele Menschen haben sich für negative Bewältigungsstrategien wie den Verkauf von Haushaltsgegenständen, Diebstahl oder Prostitution entschieden», sagt Kabanda.
Mehr als neun Millionen Menschen in 84 der 117 Distrikte Sambias sind nach Angaben der Regierung von der Dürre betroffen. Doch für die von Jacana ausgebildeten Entrepreneurs for Water (E4W) bedeutet die Dürre mehr Arbeit und damit mehr Einkommen. Esau Ngoma, ein ausgebildeter Seilpumpenbauer aus dem Kamwala Compound am Rande von Petauke, sagt, dass die Herstellung und Installation der Wasserpumpen zu einem gut bezahlten und verlässlichen Job in seiner Karriere als Metallbauer und Schweisser geworden ist.

Das Wachstum der eigenen Kinder anschaulich erklärt
Das Projekt bindet auch die lokalen Gesundheitseinrichtungen ein und unterstützt das Personal dabei, den Ernährungszustand der Kinder zu begleiten. Mitarbeitende lokaler Gesundheitsposten messen monatlich Grösse und Gewicht der Kinder und tragen die Daten in ein anschauliches Diagramm ein. Die Ernährungsberaterin des Projekts bespricht die Wachstumskurve bei Hausbesuchen mit den Müttern und unterstützt sie mit Ernährungstipps.
Dank des Grundwassers haben Batholomew Bakali Tembo und seine Frau Jelita Phiri trotz der Dürre ihre Ernährung gesichert. «Wir haben dafür gesorgt, dass wir immer eine marktreife Ernte haben, weil wir nicht auf den ausbleibenden Regen warten müssen», sagt Tembo, während er mit seiner Frau Tomaten pflückt, um sie für den Markt am nächsten Tag vorzubereiten. «Wir verkaufen den Überschuss auf dem lokalen Markt und kaufen mit dem Erlös andere Lebensmittel, um unsere Familie zu ernähren», fügt er hinzu.
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